Hawaii Five-0 – Wie schlägt sich das Remake?

Schon mehrfach wurde beim amerikanischen Sender CBS über ein Remake der erfolgreichen Fernsehserie „Hawai-Fünf-Null“ nachgedacht. Ab September 2010 strahlte CBS die erste Staffel aus. Die Serie wurde von SAT.1/Pro7 gekauft. Bis Juni 2011 lief die Serie sonntags um 22.10 Uhr auf SAT.1. Die Ausstrahlung der zweiten Staffel donnerstags um 21.15 Uhr hat bereits begonnen. Hawai Five-0 handelt von einer Sondereinheit, die von der hawaiianischen Gouverneurin mit der Bekämpfung des organisierten Verbrechens beauftragt wird. Der Marineoffizier Steve McGarrett (Alex O’Loughlin) rekrutiert die Ex-Polizisten Chin Ho Kelly (Daniel Dae Kim) und Danny „Danno“ Williams(Scott Caan), sowie die junge Polizistin Kona „Kono“ Kalakaua (Grace Park), die gerade ihre Ausbildung beendet hat, um gegen Verbrecher und Terroristen vorzugehen.

Action, Spannung und ein bissiger Humor

Wenn eine alte Serie neu aufgelegt wird, stehen viele Zuschauer dem Projekt skeptisch gegenüber. Immerhin kennen die meisten den Vorgänger und gehen mit gewissen Erwartungen an die neue Serie. Regisseur Len Wiseman, der bereits große Filmproduktionen für das Kino drehte, ließ sich davon nicht abschrecken und realisierte das Projekt „Hawaii Five-O“. In der neuen ersten Staffel übernahm er die Namen aus dem Vorgänger, um einen Widererkennungswert zu schaffen, und verband die Folgen mit einzelnen Motive aus der damaligen ersten Staffel. Dennoch unterscheidet sich das Original von dem Nachfolger, so werden dem Zuschauer schnell der zynische Humor der Darsteller auffallen, der für den einen oder anderen Hawaii Five-O-Fan gewöhnungsbedürftig ist. Andererseits könnte gerade dies neue Zuschauer anlocken.

Die Story ist dagegen schnell erzählt. Immer wieder versuchen Kriminelle und Terroristen auf Hawaii ein neues Netzwerk aufzubauen beziehungsweise ihre bestehende Untergrundorganisation auszubauen. Damit die Action-Fans auf ihre Kosten kommen und es spektakulärer aussieht, bedienen sie sich großer Kaliber. Ebenso gehören der Einsatz von Flugzeugen und Helikoptern fest in die Serie und Verfolgungsjagden sind in ihr nicht wegzudenken.

Zwar unterscheiden sich Actionserien im Fernsehen häufig von der Realität, wie beispielsweise „Einsatz für Cobra 11“, doch Dienstvorschriften oder rechtliche Beschränkungen spielen bei der Ermittlungsarbeit in Hawaii Five 0 keine Rolle. Mit richterlichen Beschlüssen hält sich McGarrett, Leiter der Sonderkommission, nicht auf. Ebenso wenig mit psychologischen Verhörmethoden. Meist hilft ein Griff in die offene Wunde. In einer Serie wird ein Verdächtiger in einen Unterwasserkäfig inmitten eines Haischwarms gestoßen, um seine Aussage zu erzwingen. Selbst abgebrühte Schurken reagieren manchmal erschüttert. „Was für Bullen seid ihr denn?“, fragt einer der Verbrecher. „Eine neue Art“, meint McGarrett.

War of Terror als Inspirationsquelle

Diese Szenarios erinnern sicher nicht zufällig an die Methoden amerikanischer Ermittler im „War of Terror“. Die Folterskandale während des Irakkriegs und Guantánamo lassen grüßen. Aber genau diese Mischung aus zynischem Humor, Actionszenen und einem Schuss Sadismus ließen die Serie bereits in den U.S.A. zu einem Erfolg werden. Offenbar ist das Publikum der Meinung, dass bei der Bekämpfung schwerer organisierter Kriminalität und des Terrors jedes Mittel Recht ist. Mit der alten Serie hat das aber nichts mehr zu tun.

Bild: Greg Hernandez cc-by-sa 2.0