Brauche ich eine Zusatzversicherung für Heilpraktikerleistungen?

Viele Menschen nutzen regelmäßig Heilpraktikerleistungen als Ergänzung oder Alternative zur Schulmedizin. Falls Sie dazugehören, kann es sich lohnen, eine entsprechende Zusatzversicherung abzuschließen. Hierzu gibt es Angebote bei der privaten Krankenversicherung (PKV), die Kassenpatienten wählen können. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) dürfen von Heilpraktikern ausgestellte Rechnungen nicht übernehmen. Diese müssen GKV-Mitglieder selbst begleichen. Eine Zusatzversicherung für Heilpraktikerleistungen erstattet Ihnen die Kosten für alternative Behandlungsmethoden ganz oder teilweise.

Was bietet die Zusatzversicherung?

Wie bei allen Krankenzusatzversicherungen gibt es zahlreiche Tarife, die sich hinsichtlich der Kosten und Leistungen stark unterscheiden. Typischerweise werden alle üblichen Heilpraktikerleistungen abgedeckt. Hierzu zählen unter anderem Homöopathie, Akupunktur, Osteopathie, Aromatherapie, Schüßler’sche Biochemie und traditionelle chinesische Medizin (TCM). Die Mehrzahl der Zusatzversicherungen trägt etwa 70 bis 80 Prozent der Behandlungskosten, Wellness Angebote wie eine Ayurveda Massage sind aber oft nicht dabei.

Was sollte man beim Tarifvergleich beachten?

Vom gewählten Tarif ist abhängig, welche Verfahren und welchen Anteil der Kosten das Versicherungsunternehmen abdeckt. Zunächst sollten Sie sich darüber bewusst sein, welche Leistungen Sie wirklich nutzen wollen und welche Tarife welche Methoden berücksichtigen. Schließlich bieten die Versicherer unterschiedliche Leistungen beziehungsweise Leistungspakete. Die gewählten Tarife beinhalten unter Umständen Behandlungsverfahren, die Sie nicht nutzen und daher nicht benötigen. Daher ist es ratsam, sich im Voraus über beinhalteten Behandlungsmethoden zu informieren und verschiedene Anbieter zu vergleichen.

Entscheidend ist zudem, ob Sie sich nur bei einem Arzt, der alternative Verfahren anbietet oder bei einem Heilpraktiker behandeln lassen möchten. Nicht alle Tarife berücksichtigen alternative Methoden, die von einem Schulmediziner angewandt werden. Es empfiehlt sich, darauf achten, ob sich die Versicherung nur am Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker oder auch am Hufelandverzeichnis orientiert. Rechnet die Versicherung auch nach dem Hufelandverzeichnis ab, übernimmt sie auch Kosten bei Behandlungen durch einen Schulmediziner. In jedem Fall empfiehlt es sich, vor dem Abschluss einer Zusatzversicherung mehrere Angebote der privaten Krankenversicherungen mit einem Berater zu vergleichen.

Bild: panthermedia.net | Arne Trautmann